Anna Chromy and the Sound of Bronze. Get details about the artist and sculptress Anna Chromy. The virtual art gallery shows sculptural workings like bronze sculptures and monuments across Europe, as well as paintings, drawings and costume designs for operas and theatres. Also provides information on past and future exhibitions of Anna Chromy's fine art collections. Überblick über das Gesamtwerk der Bildhauerin, betreut von der Anna Chromy Stiftung, Luxemburg. Die Kunstwerke sind in öffentlichen und privaten Sammlungen, Museen und auf öffentlichen Plätzen in ganz Europa anzutreffen.
Anna Chromy and The Sound of Bronze - Bronze sculptures, paintings, drawings and costume designs.
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The 'Equus' trophy in Munich - bronze sculptures by Anna Chromy in Germany

The 'Equus' trophy in Munich, Germany

Hommage an Mozart's Don Giovanni

Komtur – Pieta
1993, Bronze, Höhe 160 cm

Don Giovanni
1993, Bronze, Höhe 200 cm
Donna Anna
1993, Bronze, Höhe 180 cm

Donna Elvira
1993, Bronze, Höhe 210 cm
Zerlina
1994, Bronze, Höhe 180 cm

Leporello
1994, Bronze, Höhe 156 cm
Don Ottavio
1994, Bronze, Höhe 156 cm

Masetto
1993, Bronze, Höhe 170 cm

Leporello
1993, Bronze, Höhe 170 cm

 

Nach einer mehr als hundertfünfzig Jahren literarischer und theatralischer Bearbeitung nimmt die Person von Don Giovanni, dem letzten christlichen Mythos an der Schwelle zur Moderne, als Heuchler, Verführer und Schauspieler in der tragischen Form von Mozarts Oper seine endgültige Gestalt an. Welche Stadt könnte besser geeignet sein, als das magische, verzauberte Prag, das den richtigen theatralischen Schwung besaß, um bei seiner Geburt dabei zu sein? Die dazugehörige Ouvertüre hat Mozart hier in einem Zug komponiert. Von den ersten Klängen an, die mitreißend wie ein Erdbeben sind, kündigt sich die titanische Herausforderung zwischen Don Giovanni und dem Tod an, dem Wiedergutmacher von menschlichen Missetaten; während des letzten makabren Banketts stürzt der Steinerne Gast auf die Szene des Lebens, zerreißt den Vorhang zu dieser Welt und eröffnet zu Füßen des unverbesserlichen Helden den Abgrund zu einem höllischen Jenseits. Don Giovanni, als Symbol für die poetische Wahrheit als Frucht des Schuldgefühls, das aus dem Wunsch nach unbefriedigter Allmächtigkeit des Menschen entspringt, wird von der metaphysischen Leere seiner schuldigen Haltlosigkeit aufgesaugt. Das Echo dieser tragischen Musik überlebt alle Zeit: es berichtet von anderen Abgründen, die sich inmitten von Europa aufgetan haben, von anderen kollektiven Verführungen, die elendiglich geendet haben. Seit ihrer in Prag verbrachten Kindheit steht Anna Chromy unter dem Bann dieser Faszination; seitdem sie Bildhauerin ist, spürt sie die Eingebung und den Drang, sich mit dem Wiederhall dieses Themas zu messen.

Langezeit haben Don Giovanni und die anderen Darsteller dieses Meisterwerks von Mozart an den Pforten ihrer Phantasie gepocht und gebeten, für immer in einem steinernen Bühnenbild in verewigt zu werden. Und jedem von ihnen widerfährt seine eigene surrealistische - plastische wie symbolische - Metamorphose. So verwandelt sich der Komtur, das Sinnbild von Gerechtigkeit und Mitleid, in eine beunruhigende sitzende Figur, unheilvoll streng in seiner nunmehr körperlosen Dimension: nichts ist übrig geblieben als ein zerschlissener, schwerer Umhang, ein Stück, das nur noch Leere umhüllt, das nicht mehr mit Gewalt seine Rache durchsetzen will, sondern wie ein verborgener Magnet, dessen Anziehungskraft die Kraft des Nichts' ist, die Aufmerksamkeit auf sich selbst zieht, die seinen Untergang ahnen lässt. Don Giovanni hingegen nimmt die Gestalt eines hübschen Balletttänzers und Fechters an, dem Anna Chromy in surrealistischer Absicht einen Fohlenkopf aufsetzt: ein reinrassiger Hengst, aristokratisch und grausam, dessen verrückte Galoppritte am Ufer des Meeres ihn so unwiderstehlich machen, dass er sogar den Versuch unternimmt, selbst den Tod zu verführen. Donna Anna erfährt in einer einzigen Nacht die Enttäuschung eines nie erlebten Glücks und gleichzeitig auch das grausamste aller Verbrechen. Jeder Todesfall erstickt mit dem Mantel der Finsternis jedes neue Opfer. Der Leichnam des Vaters: zur Gänze eingehüllt in einen leeren Mantel, vom Tod in Stücke zerrissen, der ihn zum Gefangenen seines unglücklichen Schicksals macht. Das Gegenteil trifft für Donna Elvira zu: hier explodiert die enttäuschte Leidenschaft in all ihrer zerstörerischen Raserei. Der letzte Schimmer der Tragödie zeigt ihren schönen nackten Körper im gleißenden Licht: eine entwaffnete Anmut, die durch ihre Hingabe verloren gegangen ist. Bei Zerlina lässt die Künstlerin die ganze zweideutige Moral und den falschen Liebreiz erahnen: ihr Antlitz, zur Hälfte das einer Katze, enthüllt ihren scharfsinnigen Instinkt: auch ihre Anmut scheint dafür geschaffen zu sein, eher zu beherrschen als zu gefallen. Jede ihrer Bewegungen verzaubert und betäubt ihre leichte Beute. Und da ist schon Leporello, verwandelt in einen stolzen und lächerlichen Hahn: ein gefälliger Diener, der dennoch jederzeit bereit ist, sich über jede Schandtat seines Herren zu empören. Auch Don Ottavio wird in der heuchlerischen Duplizität zwischen einem sterilen Liebhaber und einem Garanten für eine angegriffene moralische Ordnung dargestellt. Sein Löwenkopf, aufgesetzt auf den Körper eines Balletttänzers, ist rasend vor Eifersucht, rasend vor Wut, jener Wut der Mächtigen, die plötzlich erkennen, wie nichtig sie sind. Zuletzt bleibt noch Masetto, der keinerlei phantasievolle Verwandlung erfährt: er bleibt ein armer Bauer, der für seine Hochzeit festtäglich herausgeputzt ist und unter dieser phantasiereichen, glockenbestückten Kopfbedeckung fast maskiert anmutet. Er wünscht sich, dass das Glockengeklingel so weit als möglich zu hören sei, damit alle wissen, dass auch ihm das Schicksal einen unerwarteten Glückstag beschert hat. Und dennoch finden wir ihn hier gedemütigt, der Liebe Zerlinas beraubt, zum Schweigen gezwungen und der Quälerei der Mächtigen ausgesetzt.


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Texte von Antonio Paolucci, Stefano Zecchi, Marco Gallo, und anderen Kunstkritikern zum Werk von Anna Chromy.