Anna Chromy and the Sound of Bronze. Get details about the artist and sculptress Anna Chromy. The virtual art gallery shows sculptural workings like bronze sculptures and monuments across Europe, as well as paintings, drawings and costume designs for operas and theatres. Also provides information on past and future exhibitions of Anna Chromy's fine art collections. Überblick über das Gesamtwerk der Bildhauerin, betreut von der Anna Chromy Stiftung, Luxemburg. Die Kunstwerke sind in öffentlichen und privaten Sammlungen, Museen und auf öffentlichen Plätzen in ganz Europa anzutreffen.
Anna Chromy and The Sound of Bronze - Bronze sculptures, paintings, drawings and costume designs.
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The 'Equus' trophy in Munich - bronze sculptures by Anna Chromy in Germany

The 'Equus' trophy in Munich, Germany

Orpheus und Eurydike
2004, Bronze, Höhe 230 cm

Orpheus ist wohl einer der wichtigsten und komplexesten Vertreter der griechischen Mythologie. Der Archetypus des Poeten, der die Symbolik von zwei ewig gültigen Wahrheiten in sich einschließt. Poesie und Musik haben die Gabe, auch unsensible Wesen aufzuwecken; sie sind Boten einer Welt, in der der Tod, das Böse und der Schmerz besiegt worden sind. Viele unserer Ideale lösen sich in Nichts auf, sobald sie sich in ihrer wahren Realität zeigen. Der aus Thrakien stammende Orpheus ist Sohn von Apollo (dem Gott der Schönheit) und Klio (der Muse der Geschichte) und der Ehemann von Eurydike. Seine Stimme hat die wunderbare Gabe, Steine zu erweichen, wilde Tiere zu zähmen und selbst das schreckliche Reich der Toten zu verzaubern. Als seine geliebte Frau nach einem Schlangenbiss eines plötzlichen Todes stirbt, steigt Orpheus hinab in den Hades, wo er die Götter der Unterwelt anfleht, ihr das Leben wieder zurück zu geben. Und in seinem Gesang liegt solch ein Zauber, dass Persephones es ihm schließlich gewährt, sie wieder mit sich hinauf in das Reich der Lebenden zu nehmen, allerdings unter der Voraussetzung, dass er sich während der Rückkehr niemals nach ihr umsehen dürfe. Aber Orpheus ist ungeduldig und kann nicht widerstehen. Fast an der Hälfte der Strecke angekommen, dreht er sich um, um nach ihr zu suchen. Und Eurydike entschwindet ihm vor seinen Augen, verschlungen von der Finsternis des Hades, diesmal aber für immer.


Eurydike

Plastisch und greifbar interpretiert hier Anna Chromy den tragischen Moment dieser letzten Schwäche Orpheus' und zeigt dabei alle unvorhersehbaren Metamorphosen auf. Während sich hier Eurydike im blendenden Glanz des Steins auflöst, bleibt Orpheus nichts als ein leerer Traum. Die Skulptur besteht aus Marmor und Bronze. Nichts als Klang und Stille, unvereinbare Andersartigkeit zwischen Stasis und Bewegung. Der verzweifelte Orpheus beugt sich nach vor und ruft nach ihr; vergebens streckt er seine Hand nach ihr aus. Und sie, anstelle ins Leben zurückzukehren, verwandelt sich vor seinen Augen in ein großes Violoncello. Wie unterschiedlich sind doch diese Figuren, die jetzt dazu verdammt sind, einander in anderen Materien und getrennt durch die Unendlichkeit zu lieben. Aber während sich diese extreme Spannung der Trennung auftut, öffnet sich auch weit sein Mund. Und an dieser Stelle entsteht ein neuer Gesang, der sich am Schmerz labt. Denn der höchste Preis, den Orpheus für seine Liebe bezahlen muss, besteht genau darin, dass er den unersetzlichen Verlust am eigenen Leibe durchlebt. Weitersingen darf nur der, der wirklich geliebt und gelitten hat, auch wenn dem Poeten die bloße Erinnerung in ihrer schwachen Diskontinuität niemals genug sein kann. Nur die Perfektion einer purifizierten musikalischen Form wird Eurydike für immer retten.


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Texte von Antonio Paolucci, Stefano Zecchi, Marco Gallo, und anderen Kunstkritikern zum Werk von Anna Chromy.