Anna Chromy and the Sound of Bronze. Get details about the artist and sculptress Anna Chromy. The virtual art gallery shows sculptural workings like bronze sculptures and monuments across Europe, as well as paintings, drawings and costume designs for operas and theatres. Also provides information on past and future exhibitions of Anna Chromy's fine art collections. Überblick über das Gesamtwerk der Bildhauerin, betreut von der Anna Chromy Stiftung, Luxemburg. Die Kunstwerke sind in öffentlichen und privaten Sammlungen, Museen und auf öffentlichen Plätzen in ganz Europa anzutreffen.
Anna Chromy and The Sound of Bronze - Bronze sculptures, paintings, drawings and costume designs.
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The 'Equus' trophy in Munich - bronze sculptures by Anna Chromy in Germany

The 'Equus' trophy in Munich, Germany

“Die Musik der Flüsse der Erde”

Der Gesang der Moldau
1997, Bronze, 130 x 70 x 50 cm

Der Flüssebrunnen:

Nil
2000, Bronze, Höhe 174 cm
Ganges
1977, Bronze, Höhe 225 cm
Donau
1997, Bronze, Höhe 190 cm
Amazonas
1997, Bronze, Höhe 170 cm
Mississippi
1997, Bronze, Höhe 205 cm

Guadalquivir – Carmen
1998, Bronze, Höhe 190 cm

Die antiken Völker betrachteten die Flüsse als wohlgesinnte Götter der betroffenen Regionen. Sie bezeichneten sie als die Kinder des Ozeans und der Tethys. Die Gewalt, das Getöse und die Fruchtbarkeit ihres Wassers veranlassten sie, sich die Flüsse als lebendige Geschöpfe vorzustellen. Zunächst wurden sie in Gestalt eines Stieres dargestellt, später auch als Menschen oder als andere Tiere. Die Idee, den mythischen Inhalt der Flüsse in Form eines musikalischen Motivs darzustellen, hatte Anna Chromy seit ihren ersten Erinnerungen in Prag. Warum sollte man nicht eine Verbindung schaffen zwischen einem Bild der Moldau und jener Melodie, die sie verewigt hat? Im Lauf der Zeit hat sich diese Idee auch durch andere Motive bereichert: durch die uneingeschränkte Liebe der Künstlerin zum barocken Zauber der Brunnen von Bernini; durch die Faszination, dass das Wasser ein Element aus den allerersten Anfängen ist und dass alles, was rinnt und läuft in ihr den Wunsch erwachen lässt, es in eine aussagekräftige plastisch-symbolische Allegorie umzusetzen. Und allen voran ihr quälender Gedanke über das Schicksal des Lebens auf unserem Planeten, in einer Zeit wie der unseren, die immer stärker von einem Zivilisationsmodell bedroht ist, das jegliche spirituelle Perspektiven ablehnt.

The 'Sound of Bronze' or 'Music of the rivers' sculptures at the 'Senovážné Námesti' in Prague - by Anna Chromy

Und so kommt es, dass ihr die großen Flüsse der Erde wie Musikinstrumente erscheinen. Sie sind es, die den ewigen Kreislauf des Lebens besingen und die nach dem Rhythmus des Herzens tanzen, der die Jahreszeiten bestimmt. Bevor sie sich ergießen und in der Unendlichkeit verschwinden, durchqueren sie Zeit und Raum: die Natur und die Geschichte, ohne je ihr Konzert zu unterbrechen. Anna Chromy möchte sie uns so näher bringen. In Gestalt einer Mischung aus Musikern und Tänzern, die für uns die Symphonie unserer Existenz aufführen. Sie bilden diese prachtvolle Einheit von fünf lebensgroßen Figuren, die eigentlich auch ein architektonischer Entwurf für ein neues Brunnenobjekt sein könnte. Jede von ihnen hat ein verschleiertes Gesicht: wie eine grüne Wassermasse, die davon gleitet, oder ein Strudel im Strom, der sich immer wieder verschlingt und neu auflöst. Das was man tatsächlich am stärksten spürt, sind ihre klangvollen Seelen, welche mit den Seelen jener Kontinente übereinstimmen, die sie durchfließen und deren Zeugen einer musikalischer Zivilisation sie sind.

So wechselt dieser harmonische Kreis abwechselnd zwischen männlichen und weiblichen Figuren zwei Paare, die für die vier Winkel der Erde stehen. Da ist der heilige Tanz des Ganges, der sich in der Gestalt des Mandolinespielers spiegelt. Es ist seine überzeugende Grazie, die unsere zahllosen und unbekannten Existenzen purifiziert. Das Echo des Amazonas, mit all seinem Grün, wird uns durch die Flöte der Indios übermittelt, der der Zauber der Wälder nicht fremd ist. Auch die Donau in Gestalt einer Geigerin ist eine Frau: ein verschmelzen von romantischen Akkorden und zigeunerhaften Sehnsüchten. Entschieden hingegen erhebt sich die Trompete des Jazzmusikers, der den Mississippi verkörpert. Auf dessen Aufruf zum Gebet, der die Ketten jeder spirituellen Sklaverei sprengt, aufgestützt hoch oben auf der zentralen Stele, erwacht auch der uralte Nil aus seinem todesähnlichen Schlaf. Er löst die letzten Streifen des Verbandes, in die er eingehüllt war: und sein einst mumifizierter Körper findet erneut wieder zur tänzerischen Herrlichkeit des auferstehenden Lebens. Zum gleichen Kreis zählt auch die zigeunerhafte Seele des Guadalquivirs, hier personifiziert in Gestalt einer Carmen, die im Tanz all ihre Verführungskraft abwechselnd verhüllt und enthüllt.


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Texte von Antonio Paolucci, Stefano Zecchi, Marco Gallo, und anderen Kunstkritikern zum Werk von Anna Chromy.