Überblick über das Gesamtwerk der Bildhauerin, betreut von der Anna Chromy Stiftung, Luxemburg. Die Kunstwerke sind in öffentlichen und privaten Sammlungen, Museen und auf öffentlichen Plätzen in ganz Europa anzutreffen.
Polychromy
(by Anna Chromy)

Dein Name ist dein Schicksal.
Als Anna Chromy zu Beginn ihrer künstlerischen Karriere den Mädchennamen ihrer in Prag geborenen Mutter als Künstlername wählte, war sie sich sicher nicht des Einflusses bewusst, den diese Entscheidung auf ihr Leben haben würde. Während der nächsten 20 Jahre als Malerin, waren Farben ihre täglichen Begleiter, doch änderte sich dies dramatisch, als sie sich der Bildhauerei zuwandte. Damals hielten sich die Gießereien in ihrer künstlerischen Heimat Pietrasanta, an das, was sie für den einzig richtigen Kanon bei der Kolorierung eines Bronzegusses hielten - "natürliches Grün oder Braun". Tatsächlich wiederholte dieser Kanon nur die Überzeugung der letzten 500 Jahre, wonach eine figurative Skulptur, was ihre Patina angeht, so auszusehen hatte wie die Skulpturen aus dem alten Griechenland oder Rom.




Wie wir jedoch inzwischen alle wissen, handelte es sich dabei um eine falsche Vorstellung vom Altertum, die durch den Verfall über die Jahrhunderte verursacht wurde. In Wirklichkeit waren alle antiken Kunstwerke, ob aus Marmor oder Bronze, koloriert, auch die Akropolis in Athen. Diese neue Erkenntnis hat die moderne Bildhauerei von ihrem monochromen und monotonen Dasein befreit und den Weg frei gemacht für eine neue Dimension, die jeder Künstler nach seinem Temperament und seinem Konzept anwendet. Viele Künstler, besonders in den Vereinigten Staaten, setzen die Kolorierung als multiple Patina ein, um den naturalistischen Aspekt so getreu wie möglich wiederzugeben; andere wie Picasso, Gauguin und Marine, benutzen sie als zeitgenössische Dimension der Bildhauerei, bei welcher Farben aller Art expressionistisch aufgetragen werden.

Anna Chromy entschied sich für den letztgenannten Weg und wandte dieselbe Tempera-Technik wie bei ihren Gemälden an. Dadurch erzielt sie wunderbar weiche Schattierungen von Farben, die denen Turners ähneln, ihren Bronzeskulpturen in Verbindung mit einer polierten und lichtdurchlässigen Oberfläche eine völlig neue Dimension verleihen und diese Art der Polychromie zum Markenzeichen von Anny Chromy machen.


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Texte von Antonio Paolucci, Stefano Zecchi, Marco Gallo, und anderen Kunstkritikern zum Werk von Anna Chromy.